Da mein dreiwöchiges Praktikum bei Dr. Murat Kemaloglu und der Delphintherapie
nun zu Ende ist möchte ich noch kurz über die letzten zwei Kinder berichten.
Als Erstes war ich mit einem sechsjaehrigen türkischen Jungen zusammen, der in Deutschland
lebt. Er kam für eine 2 wöchige Delphintherapie in die Türkei.
Er ist autistisch und seine Hauptprobleme sind:
- reduzierter Tonus des gesamten Körpers
- reduzierte Handkraft
- bes. schlechte Feinmotorik
- schlechte Motorik des ganzen Körpers
- Schwierigkeit mit geteilter Aufmerksamkeit
- Konzentrationsprobleme (sehr leicht ablenkbar)
- Gleichgewichtsprobleme
- Wenig spontane Sprache,wiederholt gerne alles was er hört bis zu 2-3 mal
Der erste Tag an dem der Junge zur Delphintherapie kam war für ihn nicht so angenehm.
Alles neu, grosses Schwimmbecken , Neopreneanzug (den er am ersten Tag verweigerte)
und die grossen Delphine. Er wirkte etwas eingeschüchtert von dem allen.
Dies besserte sich von Tag zu Tag. Der Junge kam gut gelaunt am Morgen zur Therapie.
Spontan fing er an immer mehr den Delphin zu streicheln.Mit den Tagen fing er auch an spontan vermehrt mit dem Delphin zu sprechen. Allgemein verbesserte sich die Motorik
der Arme und Beine.Er wurde bei den Delphinen lebendiger und bewegte sich von Tag
zu Tag mehr im Wasser.
An den ersten Tagen war beim Schwimmen mit den Delphinen die verringerte Handkraft
besonders deutlich erkennbar. Er war kaum in der Lage sich eine komplette Runde an der
Delphinflosse festzuhaltan.Er musste immer wieder nachgreifen.
Am Ende der Therapie war hier eine deutliche Verbesserung erkennbar, er war immer mehr in der Lage sich beim Delphin zu halten, so dass ich ihn für Sekunden mal loslassen
konnte.
Ausserhalb der Therapie berichten die Eltern, dass er im Laufe der Therapie nun vielmehr
spricht. Auch wirkt er konzentrierter beim Spielen, wo auch eine Besserung des Gleichgewichts und des allgemeinen Körpertonus zu erkennen ist.Im Allgemeinen ist zu
sagen, dass der Junge gute Erfolge durch die 10-taegige Delphintherapie erreicht hat und
es ist abzuwarten wie sich dies in seinem Alltag in Deutschland einsetzen laesst.
Als Zweites möchte ich noch einen 21-jaehrigen Jungen aus Deutschland erwaehnen, der
nun seit einem Jahr in der Türkei lebt. Er hatte 2001 einen Routineeingriff am Blinddarm
waehrendessen sich aber extreme Komplikationen ergaben .Er musste einige Male nach -
operiert und wiederbelebt werden. Seit diesem Ereigniss in 2001 befindet er sich im Wachkoma in einem Multifunktions-Rollstuhl und wird teilweise über eine Sonde ernaehrt und teilweise oral mit Breikost.
Funktionell kann er aktiv nichts mehr machen, beide oberen Extremitaeten sind kontraktiert in ein spastisches Muster.Sprachlich kann er sich nicht mehr adequat mitteilen, er kann nur noch Laute von sich geben. Er hat allgemein eine gute Aufmerksamkeit.
Die Mutter berichtete dass ihr Sohn vor dem Unfall sehr sportlich war.Er hat fast taeglich
aktiv Basetball gespielt,eine Kindermannschaft trainiert und im Jahr des Ereignisses seinen Tauchschein gemacht. Da ihr Sohn im Laufe der Jahre immer wacher wurde und
vermehrt am Alltag aufmerksam teilnahm, wollten sie ihm durch die Delphintherapie vermehrte Lebensqualitaet und Freude vermitteln.
Am ersten Tag war es ihrem Sohn nicht ganz behaglich gewesen: erst am morgen das An
kleiden des Neopreneanzugs und mit Hilfe von 2 Personen ins Delphinbecken zu gelangen.
Er war an diesem ersten Tag sehr unruhig und wir wussten nicht ob die Laute, die
er von sich gab eher Freude oder Unbehagen ausdrückten.Berühren wollte er am
ersten Tag die Delphine nicht so gerne.
Nach einigen Tagen bei den Delphinen im Becken wurde er ruhiger und wir konnten
an der Mimik erkennen, dass er doch Freude an der Delphintherapie gefunden hat.
Auch war es immer mehr möglich über seinen Körper Kontakt mit dem Delphin auf-
zunehmen.Was erstaunlich für mich war, was für einen sensiblen Instinkt die Delphine
haben. Ihre Schwimmgeschwindigkeit war bei den beiden Jungen, die ja zur selben Zeit
im Wasser waren, sehr unterschiedlich, so als stellten sie sich auf die staerkere Behinderung des älteren Jungen ein, d.h. bei ihm war ihr Tempo bei den Schwimmrunden wesentlich langsamer. Da die Familie mit dem Jungen noch einige Tage
Therapie vor sich haben, hoffe ich und wünsche ,dass es dem Jungen noch weiter möglich ist besseren Kontakt zu den Delphinen aufzubauen und er dadurch eine bessere Wahrnehmung bekommt.Wodurch es ihm möglich ist die Spastik etwas zu verringern um
eine Motorik der oberen Extremitaet zu bekommen.
Zum Abschluss möchte ich beim gesamten Team von Dr.Murat bedanken, für die herzliche Aufnahme waehrend meines gesamten Praktikums. Ich habe in dieser Zeit sehr
Viel gelernt was durch die Dephintherapie alles mmöglich ist. Es war eine sehr wertvolle Zeit für mich hier in Antalya.
Auch bin ich gerne bereit bei Interesse über meine E-Mailadresse weitere Auskünfte über mein Prakikum und meinen Erlebnissen bei der Delphintherapie zu geben.
ulrike.ruppert@ gmx.net |